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Mittwoch, 21. Februar 2018

Paklai - Grenze - Ban Muang Phrae

Früh morgens gingen wir in dem verschlafenen Ort Pak Lai auf die Suche nach einem Frühstück um gestärkt nach Thailand einzureisen.
Gefunden haben wir eine kleine Garküche welche gebratene Nudeln anbot. Wir nahmen das "üppige" Angebot an. Allerdings waren sie kalt. Geschmeckt haben sie trotzdem sehr lecker😋

Als kleine Nachspeise gönnten wir uns noch, ein paar süße undefinierbare Teilchen die nach Kokosnuss schmeckten. Auf dem Weg trafen wir zufällig einen TukTuk-Fahrer der sein Gefährt gerade auf Vordermann brachte. Frank haute ihn an und fragte ihn ob er uns zur Grenze fahren würde. Er nickte, verlangte 2 € pro Nase und kam eine halbe Stunde vor der ausgemachten Zeit zu unserem Hotel. 
 


Wow, was für ein Schnäppchen, dachten wir. Insgesamt 4€, inkl. Räder und 37 Km 😄bis zur Grenze. Wir waren so perplex, dass wir dem guten Mann unsere letzten 100.000 KIB gaben. Wir dachten die 10€ hat er sich verdient und wir hatten unsere letzten Kröten auch los. Die Überraschung ließ aber nicht lange auf sich warten 😣

Nach gerade mal 2 Km bog der gute Mann plötzlich nach links ab und meinte wir wären da.🤔 Ok? Wir waren am örtlichen Busbahnhof angelangt.😂 Er meinte wir müssten jetzt umsteigen. Also war Umladen angesagt, ins nächste Taxi. Vorher forderten wir aber unser Geld, was wir eigentlich als Trinkgeld angesehen hatten, zurück. Ohne zu jammern gab er uns dieses wieder und somit konnten wir das neue, heillos überfüllte, Taxi bezahlen. So erklärte sich auch die Überpünktlichkeit😆 Um 10:00 Uhr startete nämlich das reguläre Taxi. Während der Fahrt wunderten wir uns dann, dass 37 Km so lange dauern. Am Ende der Fahrt wussten wir auch warum. Als Frank sein Navi einschaltete, um zum Grenzposten zu Routen 😎,  stellte er fest, dass wir an einem ganz anderen Grenzposten angekommen waren 😂. Nicht unser Tag heute😉. Dafür ging dieses Mal der Grenzübertritt ziemlich flott

Largon Laos  - Welcome Thailand 

Erst mal stärken. Endlich wieder unser geliebtes Phat-Thai. Sieht zwar dem heutigen Frühstück ziemlich ähnlich, geschmacklich aber um Welten besser 😋.  Nachdem wir ja nun umdisponieren mussten, kurz neue Strecke gesucht, und los gings. Allerdings war es schon knapp 14:00 Uhr und noch 60 km. Ursprünglich wollten wir ja kurz hinter der Grenze übernachten. Aber wir sind ja jetzt fit. Die Strecke verlief zunächst in unserem Sinn. Auf der fast durchgehend Bundesstraßenähnlich ausgebauten 2195 ging es entlang eines tollen Flusses, vielen Bananen und Ananassträuchern und Reisfeldern. Ziemlich eben und ganz wichtig: kaum Verkehr. Nach 40 km eine kurze Pause mit einem Coke Zero. Wir hatten ja noch genügend Zeit,dachten wir zumindest 😄.   Für die letzten 20 km hatten wir ungefähr 1 1/2 Stunden eingeplant. Schön wäre es gewesen. Wir wussten gar nicht mehr wie steil die  Berge in Thailand waren. Pünktlich zum Eintritt der Dunkelheit kamen wir in unserer Unterkunft in Ban Muang Phrae an. Nass wie begossene Pudel, denn 10 Km vor dem Ziel wurden wir Opfer eines kleinen Gewitters ⛈
Wenn man dem Ganzen etwas Positives abgewinnen mag, es war trotzdem warm und unsere Taschen und Räder sind auch wieder sauber. Zum Abschluß des Tages noch ein paar Kekse und ein Chang 😋 sämtliche Garküche hatten natürlich schon geschlossenen.

60 Km, 1000Hm, Höchste Stelle 600m

Na-Kang bis Pak Lay

Wir fahren die ersten 18km im Morgennebel, die Reisfelder dampfen. Was gestern Staub war ist heute Schlamm durch den nächtlichen Regen. Da außer ein paar Rollern niemand unterwegs ist stört das nicht. Wir suchen nach Frühstück und wollen keine Suppe.

 Im absoluten Nichts steht ein kleines chinesisches Möbelhaus mit einem riesigen Regal Teigwaren. Wir suchen nach Hörnchen oder so und finden chinesische Apfeltaschen ohne Apfel. Es gibt nur 20er-Packungen, egal. Alles besser als Tomyam 😁. Wir suchen den Inhalt, es könnte Zahnpasta oder irgendein Gelee sein, vielleicht Reismarmelade. Egal, zwei Dosen Espresso dazu, fertig ist das Frühstück.
Als wir an der Abzweigung zur TEER!!!Straße Nr. 11 sind, haben wir doch wieder Hunger. Eine sehr vielversprechende Gaarküche und gleichzeitig der Schalter für die Busstickets (blaues Transparent) macht uns dann ein paar Nudeln. Ich sag noch mit "Mii" , also Ei , aber wir bekommen mit "Muu", also Schwein.
Da hat sie's dann aber gut mit uns gemeint. Das Zeug liegt uns auf der ganzen Strecke im Bauch.
Ok, hier was schönes: Lotusblüte im Autoreifenbecken. Sieht man oft. Schön ist, dass immer Guppys im Wasser schwimmen, gegen die Mücken. Erinnern mich immer an meine Kindheit.
Weniger schön war dann ab km 38, es geht in den Nationalpark mit toller Natur aber noch tolleren Steigungen. Die machen uns eigentlich nichts aus, aber ein ewiges Auf und Ab auf 35km. Zum Verzweifeln, auf einen extremen downhill folgt eine Schiebestrecke (für die Ü50-Teilnehmer 😉). Da reicht meine Untersetzung am Trekkingrad nicht. Wegen des Schlamms am Morgen mussten wir noch zwei Mal mit unserem neu erworbenen UB40, einer chinesischen Kopie von WD40 nachölen. Das Zeug ist aber eher Nähmaschinenöl ohne jegliche Hafteigenschaften. Kein Wunder das die Roller hier ständig kaputt sind. 
Es geht hoch bis auf 645m, man ist glücklich und wundert sich über das Navi. Denn es geht gleich wieder 300m runter im Sturzflug um dann nochmal auf 677m hoch zu gehen. Irgendwann geht uns das Wasser aus, ich frage eine Gruppe bei einem liegengebliebenen Lkw. Sie schenken mir 1,5Liter kaltes Wasser. Als die weg sind haben wir noch 23km bei 34 Grad und die Gegenanstiege nehmen kein Ende. Ich überhole bergab einen Kastenwagen  und deute ihm ob er was zu Trinken hat. Er reicht mir während der Fahrt nochmal 1,5Liter raus. Unbekannterweise hier Dankeschön. Sonst hätten wir das nicht geschafft. Ich dachte zeitweise daran, dass die Fahrt mit dem Bus 5 Euro gekostet hätte und Verdursten ein blödes Ende für den Blog gewesen wäre.
An der ersten Tankstelle kurz vor dem Mekong gönne ich mir eine eiskalte Coke und Kerstin ein Fanta. GESCHAFFT. An der zweiten Tankstelle mit Truthahn musste die Chefin dringend auflegen weil sie Falang bei sich hatte, also uns.
Da es sehr viele Spekulationen in den Foren über die Mekongfähre bei Pak Lay (auch Paklai) gibt: seit 2017 haben die Holländer hier eine Freundschaftsbrücke gebaut.
Wir nehmen das grüne Hotel, das im Loose Reiseführer noch - als vielversprechend -  im Bau war. Es heißt A Nou Son Guesthouse.
Für 10.000 Kib (10Euro) bekommen wir ein top modernes Zimmer mit Mekongblick. Lt. Gästebuch sind wir die einzigen Gäste.
Abendstimmung am Mekong.
Unser letzte Beer Lao, morgen sind wir wieder in Thailand, wenn Buddha will. 
Und getreu dem Blog-Motto hier die schön scharfen redcurry spicy Tom Shrimps im Restaurant "Saybadee" (= Hallo, Guten Morgen, Guten Tag, Guten Abend) zum Abschluss. Wir verabschieden uns  (als einzige Gäste) mit dem gleichen Gericht das wir vor 12 Tagen bei der Einreise als erstes gegessen hatten.

Dienstag, 20. Februar 2018

Laokham bis Na-Kang

Sind ohne Frühstück los und haben unterwegs ein paar Muffins gekauft. In Laokham hätte es sogar noch mehrere Guesthouses gegeben. Kurz nach dem Ortsende begann die Schotterstraße. Lt. Navi hätte die 4501 Teer sein sollen. Auf den ersten 10km war linksseitig schon Schotter vorbeteitet. Die Lehmpiste wird wohl bald geteert. Wir entschieden uns nicht 118km auf der 4501 bis zum Mekong zu fahren, da dies auf einer Schotterpiste zu viel gewesen wäre. Nach ca. 20 km teilt sich die Straße, wir entschieden uns für die breitere aber weniger befahrene westliche Strecke der 4501. Sie verläuft vorbei an mehreren schönen Karstfelsen und später durch dichten Sekundärwald, eine Forest protektiv Area, was sich sofort positiv auswirkt.

Muffinsfrühstück in einem Reisfeld. Für Pausen und gegen die Mittagshitze sind immer wieder Shelter aufgestellt

Die Dame hätte gerne ihren Lollo Rosso verkauft. Uns plagte aber beide Übelkeit, so dass wir bei Rührteig blieben.  Wir haben die weiße Wurst im letzten TomYam im Verdacht.
Die Karstfelsen unterwegs stehen denen in Vang Vieng in nichts nach, nur dass man hier vollkommen alleine unterwegs ist.
Die Strecke ist praktisch nicht befahren. Anders würde man es aber auch nicht aushalten, jedes Auto staubt furchtbar. 

In Phasang-Nua biegt man dann ab auf eine territory Road. Anfangs eng an den Felsen ist es eine Traumstrecke. Auf 35km geht es nun ständig auf und ab. Zunächst ist 425m die höchste Stelle. Danach geht es wieder 150m extrem steil bergab in ein querendes Tal. Dort geht es wieder genauso steil bergauf. Wir machten unsere T-Shirts an einer Quelle nass um bei der Hitze bestehen zu können. Der zweite Pass liegt auf 566m, die Openstreetmap stimmt wieder mal nicht. Wieder geht es 200m dermaßen steil bergab, dass fast die Bremsen an ihre Grenzen kommen. Eine echte Schinderei aber eine tolle Wildnisstecke. Es fuhren genau 4 Autos auf den 35km.

Am Ende ist man glücklich auf die 4502 zu kommen. Eine sehr kleine, ungeteerte Straße mit ein paar Getreidebetrieben deren Laster ziemlich stauben. Man hat eine dicke Kruste auf der Haut wenn man im Sayung Guesthouse ankommt. Mitten im Nichts steht eine kleine Motelanlage für Feierlichkeiten. Wir kamen erst nach Sonnenuntergang an. Der Sohn spricht Englisch. Die Mutter hat uns eine super redcurry Noodlesoup gemacht. Mitten drinn fiel der Strom im Dorf aus. Mit Handylicht und einer Autobatterie mit Energiesparlampe ging es weiter. 

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Karstfelsen, einer schöner wie der andere.
Auf Grund des Dunstes ist der Sonnenuntergang eine fast einstündige  Pracht.
Die ersten Reisfelder sind hier schon wieder gepflanzt. Nachts setzte ein Gewitter ein.
Heute: 88km, 700Höhenmeter

Sonntag, 18. Februar 2018

Vang Vieng - Don

Eine ruhige aber warme Nacht. Wir starten früh, der Sonnenaufgang ist aufgrund des diesigen Wetters wenig spektakulär. Gleich im Ort muss man für 6000 Kib eine Holzbrücke Richtung Westen befahren. Danach geht es auf Teer einige Km an Anbietern von Buggy-Cars vorbei. Die asiatischen Touristen erhalten gerade per Megaphon ihre Einweisung. Wir hoffen die fahren nicht unsere Strecke. Es begegnen uns nur drei, die wegen des Staubs fast nichts sehen. Wir biegen ab auf einen Trek der 125m hoch zwischen die Karstfelsen geht. Herrliche Landschaft aber ein paar heftige Schiebestücke sind zu bewältigen.   Das Ganze zieht sich, ein ewiges Auf und Ab durch dichten Bambuswald. Nach insgesamt 32km und 20km durch den Djungel kommt eine kleine Siedlung mit einem Laden. Wir durchsuchen den Kühlschrank , es scheint nur Mirinda drin zu sein. Der Chef liegt noch im Bett, schnell kommen alle her und so sitzen wir zu acht in der kleinen Hütte. Wir schwitzen und drinken eine kalte Pepsi, die anderen schauen uns an und freuen sich. Schlafplatz und Arbeitsplatz ging in der EU gar nicht. Hier aber ist Laden, Schlafzimmer und Wohnraum ein und das selbe Basthäuschen.

Weiter geht es auf einer ziemlich staubigen Lehmpiste wo plötzlich ein riesiges chinesisches Zementwerk im Djungel steht. Einen km weiter folgen mehrere kleine Tavernen und wir essen TomYam, wobei wir beim Blick in die Nachbarteller dachten es wäre mit Ente. Es ist aber eine Wurst, wie Brühwurst.

Trotzdem gut. 
Die kleine Taverne hat uns geretet. Es gab sogar Coke Zero. Die laute Lao Musik auf riesigem Bildschirm mit Youtube sieht man nicht. Wobei man sagen muss, dass es sehr viele gute laotische Ohrwürmer gibt. 
Anfangs tolle Strecke durch den Karst.
Dann wird es mal anspruchsvoll und der Trek wird immer schmaler. Hier wollte das Navi drüber. Am Schild stand : 20 Tonnen. Ok. Wir waren nicht sicher ob das Ding 100kg aushält.
Die Strecke geht 20km endlos auf und ab und man muss die Anstiege oft schieben. Für downhill braucht man sehr gute Bremsen.
An den Steigungen gibt es starke Auswaschungen, so dass man schon ziemlich sicher seine Fuhre beherrschen muss.
Kerstins Beine nach der Staubstrecke.
Sobald man über dem Nam Lik Fluss ist kommt wieder 15km Teer, nur zum Schluss zwei stärkere Anstiege, sonst flach. Nach 77km und 36 Grad ist man trotzdem geschafft. Kerstin hat Symptome eines Hitzschlages. Wir nehmen die im Navi eingetragene Unterkunft in Don nicht, da sie keine Klimaanlage hat. 2km weiter südlich in Laokham gibt es Vollausstattung für 8 Euro. 
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Direkt daneben gibt es gleich eine Gaarküche, die Auslage überfordert aber unseren Magen. Wir bestellen Khao cun mii, Reis mit Ei.
Für Kerstin ist es trotzdem zu viel und sie erbricht wenig später.

Heute 77km, 900 Höhenmeter

Phou Khoun bis Vang Vieng

Morgens gab es am Markt leckere Teigtaschen, frisch in Öl gebraten. Um 6:00 ging die Sonne genau vor unserem Balkon auf, die Nacht war extrem ruhig hier.

2,5km nach dem Ort kommt man an der im Trekkingbike erwähnten Unterkunft in Salaphokhoum vorbei. Sie hätte wahrlich eine noch bessere Sicht geboten, zumindest auf den Sonnenuntergang.
Die Dörfer sind wieder herzzerreißend.

Erst mal geht es 15km bergab auf 550m wo es ab dem Fluss Nam Lik ziemlich steil wieder 200 m hoch geht. Der Downhill ist traumhaft.  Im Fluss versuchen die Kinder mit selbstgebauten Harpunen ihr Glück.
Es folgt  lange Talfahrt mit einem Gegenanstieg um 200m bis Kasi wo die 4c wieder einmündet. In Kasi an der Tankstelle gibt es ein Amazon-Cafe und seit langem mal wieder einen guten Cappuccino.
Danach sind es noch 60km bis Vang Vieng. 


Leider, denn ab hier teilt man sich die Straße mit einigen tausend wild gewordener Chinesen die alle Nummerierung und Chin-Laos Trophy u.ä. Aufkleber tragen. Ein Führerschein ist bei der Trophy scheinbar nicht Voraussetzung. Aufgrund der aggressiven Fahrweise dürften die meisten ihren Führerschein an der Playstation gemacht haben und so dauert es nicht lange bis der Erste ein Kalb überfährt. Sie versuchen bei einem Hinderniss zu zweit und zu dritt zu überholen und bleiben dann alle nebeneinander  stecken. Wir radeln dran vorbei. Es wundert nicht,  dass auf dieser Strecke Heckenschützen gezielt auf Chinesen schießen sollen. Aufgrund Unterversicherung der Haftpflicht dürften die Chinesen in Europa gar nicht mit diesen Autos einreisen. In Laos ist das scheinbar egal.
Die letzten 25km sind herrliche Strecke durch das Karstgebirge. Leider wird entlang der linken Straßenseite bereits die Gleisanlage für die Hochgeschwindigkeitsbahn gebaut. Viele kleine Klöster und ganze Teile von Dörfern müssen wohl bald weichen.

In Vang Viang will einer 50 Dollar für ein Zimmer mit Hofblick (bei Agoda kostet das Zimmer 33$, wobei man bei Agoda vorsichtig sein muss. Nach der Buchung kommt erst noch die Steuer dazu!!!). Wir radeln 200 m weiter und bekommen ein Vierbettzimmer für uns alleine mit Deluxeausstattung und Balkon mit Flussblick für 30 Euro, und das rechtzeitig vor Sonnenuntergang. Top.

Da man gelegentlich Horrorgeschichten über die 13 zwischen Luang Prabang und Vang Viang liest: die Strecke ist schön zu fahren, es herrscht wenig Verkehr und die Steigungen sind moderat. Man muss sich nur seine Tagesettappen genau zusammenstellen. Wir haben für die 230km drei Tage gebraucht.

Der Ort Vang Vieng wirkt beim Einfahren staubig und hektisch. Abends an der Flussseite ist es sehr chillig mit vielen kleinen Kneipen und Restaurants mit Terrasse zum Fluss.

Der Hotelwirt erzählt, dass am 24.02. chinesisches Neujahr ist, deswegen seien so viele hier unterwegs.

Heute: 101km, 910 Höhenmeter


Morgen starten wir eine Querung bis rüber nach Pak Lay. Mal sehen ob das klappt.

Freitag, 16. Februar 2018

Khouanamming bis Phou Khoun

Suchbild: was fehlt hier? Man sollte bei einem Zimmer immer die Vollständigkeit der Installation überprüfen. Wasserhähne die sich beim Aufdrehen mitbewegen, Waschbecken ohne Siphon bei denen das Wasser einfach unten rausplätschert, eine Dusche bei der man das komplette Klo überschwemmt....alles ganz normal. Aber dass mal gleich das ganze Waschbecken samt Wasseranschluss vergessen wurde, war bisher das Lustigste.

Abends sind wir noch in's Dorf geradelt und haben in der Gaarküche TomYam mit Rind bekommen. Das 100 Seelendorf hatte heute Nacht zwei Gäste. 
Morgens steht der Reis schon auf dem Kocher. Wir sind früh aufgestanden um vor der großen Hitze oben auf 1250m anzukommen. Unsere junge Wirtin zeigt zuerst eine Reaktion als ich sie nach Essen frage. Als sie dann mit dem Kehren und schließlich der Wäsche anfängt fahren wir los. Ohne Frühstück 1000m hinauf. Die Strecke ist nicht allzu steil aber sie zieht sich, da erst nach 20 km ein Gasthaus kommen soll. 
An den Hängen leben viele kleine Familien in Basthütten die sich mit Bananenpflanzungen, Teak und ein paar Nutztieren über Wasser halten. Nahezu jede Frau hat ein Kind auf dem Arm. Das Mädchen hier hat Nylonschnüre statt Ohrringen in die Ohrläppchen bekommen.
Für die Plantagen wird Brandrodung betrieben, was nicht verbrennt wird mit der Machete entfernt und als Holzkohle verkauft. Wie Wanderameisen fressen sich die Farmer die Hänge hinauf.

Oben am ersten Pass auf 1450m bekommen wir super Essen, es gibt drei Gaststätten, wir nehmen die Letzte wo keine Traveller sitzen. Prompt kommt einer und macht ein Bild von uns. Wir essen gleich zwei Portionen und bekommen ein super Laab.

Unser bestes Laab Gai bis jetzt.

Zufällig kommt eine Italienierin aus Padova mit ihrem Rad an und setzt sich zu uns. Sie ist drei Monate unterwegs und war in Myanmar gestartet. Sie will heute nicht mehr weiter.
Unterwegs verkaufen ein paar Frauen ihre Ernte. Leider oft Ingwer und Wurzeln. Teilweise sitzen sie mit zwei Bananenstauden zum Verkauf auf ihren Matten. Uns helfen sie hoch zu kommen. An einem Stand gibt es irgendwelche Pflanzenherzen (die gelben marshmelowähnlichen Dinger in der Tüte auf dem Bild), die uns die Frau wärmstens empfiehlt. Sie zeigt uns auch gleich wie man das isst. Man beißt es seitlich wie einen Maiskolben ab, drückt mit den Zähnen den Saft heraus und spuckt die Fasern aus. Als sie mir das erklärte hatte ich die ersten beiden bereits herunter geschluckt. Ich dachte, das kenn ich doch aus der Suppe.

Weiter geht es 32km bis zur vermeintlich nächsten Übernachtungsmöglichkeit. Erst also wieder runter auf 950m und dann ein sehr schönes Flusstal hinauf auf 1250m. Wir sind um 17:00 oben und erfahren dass es das Guesthouse in Pakeng-Noy nicht mehr gibt. 17km weiter soll es was geben. Wir hoffen dass wir das vor Sonnenuntergang noch schaffen. Also wieder auf 1450m hoch und mit dem letzten Rest Sitzfleisch in Phoukhoun bei Sonnenuntergang hineingerollt. Es wurden dann doch 70km und 1600 Höhenmeter.
Je weiter man hoch kommt desto schöner wird die Landschaft.
Aufgrund der späten Stunde muss man sich dann schon überlegen ob man noch Zeit für ein Foto hat.
Zu solchen Gelegenheiten kann man aber nicht nein sagen. 
Während wir in der Dämmerung den Berg hoch schwitzen stehen die Laoten schon alle am Straßenrand unter dem Gartenschlauch und Duschen. Eine allabendliche Zeremonie.

In der Dämmerung halten mich drei Backpacker auf gemieteten Rollern an und fragen wie weit es nach Luang Prabang ist. Ich erkläre ihnen 140 km und dass sie dies heute wohl nicht schaffen werden. 

In Phoukhoun gibt es mehrere Guesthouse, wir bekommen eines mit Bergblick und eigenem Balkon für 80.000 Kib. Hotel Binguan, Ortsmitte.

Donnerstag, 15. Februar 2018

Luang Prabang, auf der 13 bis Khouanamming

Morgens um 8:00 gestartet, am Nightmarket hatten wir uns noch ein paar Cinnamonrolls in einer französischen Bäckerei für das Frühstück besorgt. Die ersten 13 Km teilt man sich mit hunderten chinesischer SUV, laotischen Rollern und viel Schwerlastverkehr. Sie biegen alle auf die 4a ab. Ein  Chinese überholte mich auf der Kreuzung zur 4A und bog unvermittelt vor mir dann doch rechts ab. Er hätte mich beinahe überfahren. Gut das dann auf der 13 kein einziger von denen unterwegs ist. Keine Busse, keine Tuktuks, nur eine Hand voll Laster. Die Strecke ist herrlich und man ist schnell auf 800m, wo es auch nicht mehr so heiß ist. Die Steigungen sind mäßig und nur 2x über 8%.

Uns überholte ein Schweizer auf einem gemieteten Rad, er hat 3 Tage Zeit für die Tour, weiß gar nicht wo er ist, wie weit es ist und wo er übernachten will. Mit dem Flugzeug kam er aus Vietnam. Danach will er weiter auf dem Mekong hoch fahren. Er schimpft auf die vielen Reiseveranstalter in den Touri-Orten wie Luang Prabang, die alles wie Disneyland organisieren. Sie hätten ihm angeboten  ihn hoch in die Berge zu bringen. Jedes zweite Gebäude sei ein Reiseveranstalter. In Vietnam wollten sie auch nur DEIN Geld und wären recht unverschämt.
Aha. Die Veranstalter passen sich aber eigentlich nur den Kunden an, die dort aus den Bussen gekippt werden. Oben am Pass auf 1050m steht tatsächlich ein Tourbus, der dort völlig abgekämpfte Radler auf viel zu kleinen Rädern, mit einer Wasserflasche als Ausrüstung, aufsammelt.

Bei 750m kommt der erste Viewpoint. Man kann hier picknicken und z.B. Müll anschauen.
Als wir weiter wollen kommt ein Lkw-Fahrer zu mir und macht ein Selfie mit mir. Er bringt Melonen nach China.
In dem kleinen Kiosk am Viewpoint der sich bezeichnenderweise Salaviewkio Muang nennt, schläft die Verkäuferin mit ihrem Äffchen Abil. Ganz Laote döst er mittags auf seinem Kissen.
Da unser Kleingeld nicht genau reicht und sie nicht wechseln kann halbiert sie die Staude. Eine übrige Bananen bekommt Abil, der isst aber lieber Kaugummi.
Auf 950m lichtet sich der Dunst der Täler.
In Kiomakmau, nach 41km, auf 930m,  gibt es die eine Möglichkeit etwas warmes zu Essen. Wir bekommen ein super TomYam, dazu wird einfach schnell Feuer aufgelegt und nach ein paar Minuten ist es fertig. Gestern Abend waren wir im angeblich ältesten Familienbetrieb Youngkhoune, in Luang Prabang, ein Abklatsch zu dem was man hier bekommt. VORALLEM schön scharf.
10.000 Kib
Bergab überholen wir oft Rollerfahrer die mit ausgeschaltetem Motor hinab rollen.
Mehrere kleine Gastbetriebe in Khouanamming, wo es sogar mal eine Coke Zero gab.

Wir rollen auf einem super downhill ins immer heißer werdende Tal, wo wir  ca. 1km nach Khouanamming das einsame Guesthouse mit vier Zimmern (6Euro, kalte Dusche, sauber, oben kleines Restaurant dazu) nutzen. 
Der Ort besteht aus ein paar Gaarküchen, Teakholzpflanzungen und der Baustelle für einen Tunnel des Hochgeschwindigkeitszuges, der hier eines Tages von Singapur nach Bangkok fahren soll. Außer dass der Zug hier mal kurz 500m lärmend aus einem Tunnel kommt, wird man hier von dem Projekt wohl nicht viel haben. Die Bauarbeiter sind aus China und eine Haltestelle wird es wohl nicht geben. Laos wird aufgrund seiner bergigen Lage fast komplett untertunnelt. Alles damit ab 2020 die Menschen aus einem Moloch in das Andere rasen können.
Khouanamming ist noch vergessen von der Welt.
Und ein winziges Kleinod.

Heute: 55km, 1780 Höhenmeter